Auf Wiedersehen Schreibtisch, hallo Karla Kolumna – unsere Hospitanz in der Lokalredaktion

Segelfliegen
Annika Paetowt
Annika Paetow, veröffentlicht am 7. April 2021
HR Manager Young Professionals

Alle Jahre wieder heißt es für die Texter*innen unserer hauseigenen Journalistenschule: Koffer packen und auf zur Tageszeitung. Während der Schwerpunkt der Ausbildung auf Magazin- und Onlinejournalismus mit seinen individuellen Zielgruppenbedürfnissen liegt, steht nun etwas ganz anderes an der Tagesordnung: Nah am Geschehen sein, Menschen und Region kennenlernen und über die Bedürfnisse der Anwohner*innen berichten. Zwei unserer Schülerinnen berichten Euch in diesem Gastbeitrag von ihren persönlichen Erfahrungen und Eindrücke der Hospitanz.

Luise Bergelt, Lokalredaktion Magdeburg

Im Laufe unserer Ausbildung verschlägt es uns Journalistenschüler*innen der Bauer Media Academy für je einen Monat nach Sachsen-Anhalt in die Landeshauptstadt Magdeburg, um ein wenig „Lokaljournalismus-Luft“ zu schnuppern.

Und so stand auch ich im August inmitten der Magdeburger Lokalredaktion bei der „Volksstimme“; der größten Tageszeitung im nördlichen Sachsen-Anhalt mit täglich rund 436.000 Leser*innen. Dort, wo das Telefon (fast) nie stillsteht, wo Redakteur*innen kaum einen Tag lang am Platz sitzen, ohne einen Termin wahrzunehmen und es an süßer Nervennahrung wie Kuchen oder Eis erfreulicherweise nie fehlt.

Begeistert von der aufregenden Dynamik, wurde ich gleich am ersten Tag für mein Artikel-Debüt in der Volksstimme losgeschickt, ausgestattet mit Notizblock und Kamera. Und es sollte nicht bei dem einen Beitrag bleiben, denn als Reporterin hatte ich alle Hände voll zu tun: Ich durfte viele verschiedene Menschen treffen und von ihren Geschichten und Projekten erfahren. Da musste vom Wohnzimmer über Kunsthallen bis hin zur Baustelle so einiges als Interviewort herhalten. Doch meine eindrucksstärkste Erfahrung durfte ich im Gerichtssaal machen und diese anschließend sogar als persönlichen Erfahrungsbericht niederschreiben. Diesen Beitrag am nächsten Tag neben einem großen Bild von mir in der Zeitung zu lesen, war einfach ein tolles Gefühl!

Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde ich auch auf der Straße als „Frau von der Zeitung“ erkannt und fühlte mich der Stadt fast schon zugehörig. Auch im Team wurde ich schnell und herzlich aufgenommen. Besonders die Gespräche in der Spätschicht schweißen zusammen, während man beim Korrekturlesen auf ein Ereignis wartet, über das unbedingt noch bis zum Druckschluss berichtet werden muss. So einen „Reporter-Notfall“ habe ich jedoch nicht erlebt. Wenn am Abend nicht die Spätschicht rief, so lockten bei besten Sommertemperaturen das Elbufer mit seinen Strandbars oder der Hasselbachplatz mit tollen Cafés und Restaurants. Orte, die Student*innen der Uni Magdeburg schon längst für sich entdeckt hatten.

Doch wie das nun mal so ist, wenn man viel zu tun hat: Die Zeit rast. Viel zu schnell ging meine Hospitanz bei der „Volksstimme“ vorbei. So fiel mir der Abschied nicht leicht, als ich wieder elbaufwärts nach Hamburg aufbrach.

Sarah Klas, Lokalredaktion Stendal

Unter uns Journalistenschüler*innen wird die Hospitanz bei der „Volksstimme“ häufig einfach als „nach Magdeburg gehen“ betitelt. Dabei liegt die „Volksstimme“ auch auf den Frühstückstischen im nördlichen und mittleren Sachsen-Anhalt. Das heißt, viele von uns werden auch in den ländlichen Lokalredaktionen eingesetzt. Im Salzland, im Harz, in der Altmark, an vielen Orten finden sich die Außenstandorte.

Mich hat meine Bauer-Reise nach Stendal verschlagen, in eine der größeren Ortschaften in der Altmark, im nördlichen Einzugsgebiet. Erfahrungen mit Lokaljournalismus hatte ich bereits, das Tageszeitungsgeschäft allerdings war mir neu. Doch schnell habe ich die kleinen Momente wiederentdeckt, die ich bei meinen bisherigen Lokaljournalismus-Einsätzen zu schätzen wusste: Bei den wenigen Einwohner*innen in einem so kleinen Ort kennt man sich untereinander. Und so kennt man natürlich auch die Redakteur*innen der Zeitung. Dank des regelmäßigen „Guten Morgen“ – dem Editorial der Ausgabe, wo auch ich zu Wort kommen durfte – haben die Leser*innen mein Gesicht und meine persönlichen Geschichten gesehen – und mich auf der Straße wiedererkannt! Eines Morgens wurde ich auf dem Weg zur Arbeit begrüßt mit: „Sie sind doch die, die sich jetzt an Pflanzen auf dem Balkon probiert.“ – Dass mein Herz bei diesem Satz eines treuen Lesers einen Freudensprung machte, muss ich wohl nicht erwähnen.

Der Vorteil der Tageszeitung: Wenn abends der Rechner ausgeschaltet wird, ist auch wirklich Feierabend. Am nächsten Morgen beginnen immer neue spannende Geschichten. Dann geht es etwa ins Tierheim, in die Grundschule oder in die Fußgängerzone. „Was denken denn die Stendaler über den aktuellen Beschluss zur Corona-Pandemie?“ Auf dem Dorf kommt auch der leiseste Leser zu Wort. Anders als in der Magdeburger Redaktion gibt es keine Spätschichten, dafür aber selbstgebackenen Kuchen und lehrreiche Gespräche mit alteingesessen Reporter*innen.

Am aufregendsten jedoch war meine Reportage über das Segelfliegen. In 500 Metern Höhe Fotos schießen, Infos mitschreiben und sich dabei bloß nicht übergeben! Hat geklappt und sogar Spaß gemacht! Mit netten Leuten im Privatleben und entspannten Kolleg*innen, die mir nach Feierabend die Kneipen der Stadt gezeigt haben, ist die Zeit wie im Segelflug vergangen. Es sind die Menschen, die die Zeit auf dem eher ruhigeren Dorf maßgeblich prägen. Dann kann es eine wirklich großartige Hospitanz werden. Ehrlich, versprochen, ich hab‘s erlebt!

Unsere Journalistenschule bietet #kreativenkoepfen eine praxisnahe und fundierte Ausbildung zum*r Redakteur*in. Bei Deiner Ausbildung kannst Du Dich zwischen den Schwerpunkten Text, Layout oder Bild entscheiden – je nachdem, wofür Dein Herz schlägt. Darauf werden auch Deine Praxiseinsätze abgestimmt. Acht Monate der Journalistenschule verbringst Du in Deiner Stammredaktion und nimmst dort aktiv am Redaktionsalltag teil. Darüber hinaus sind vier Hospitanzen in anderen Redaktionen vorgesehen. Auch die schulischen Inhalte sind an die gewählte Vertiefung angepasst. Besonders an der Journalistenschule ist, dass Du viel praktisch arbeitest und von unseren Chefredakteur*innen lernen darfst. Es werden je nach Schwerpunktwahl Interviews geführt, Cover erstellt und nach Bildern recherchiert.

Abschließend können wir beide sagen, dass wir mit einem Koffer voller neuer Erfahrungen zurück nach Hamburg reisen. Wir sind super dankbar für die großartige Chance, Lokaljournalismus hautnah erleben zu dürfen. So konnten wir über unseren Tellerrand hinausblicken! Wenn Ihr mehr über die Journalistenschule erfahren wollt, dann schaut gerne auf unserer Karriereseite vorbei.

Du hast Rückfragen rund um das Thema Ausbildung bei der Bauer Media Group? Melde dich gerne bei Annika Paetow.

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