Let’s talk to… selbst ist der Mann-Testredakteur Peter Baruschke

Ob Kreissäge, Bügelsäge oder Vertikutierer – in Sachen Heimwerken macht Peter Baruschke keiner etwas vor. Als Testredakteur bei selbst ist der Mann hat er schon so manches Werkzeug auf Herz und Nieren geprüft. Langeweile kommt bei ihm aber trotzdem nie auf, denn für ihn ist kein Test wie der vorherige. Im Interview verrät Peter mehr über seinen außergewöhnlichen Job.

Peter, Dein Job als Testredakteur ist innerhalb der Bauer Media Group einzigartig. Wie kann man sich einen typischen Arbeitstag von Dir vorstellen?

Die Tage verlaufen eigentlich alle ziemlich unterschiedlich – das macht den Job auch so besonders spannend. Als Testredakteur habe ich nicht nur mit redaktionellen Themen zu tun, sondern befasse mich auch intensiv mit der Technik hinter den Produkten. Hinzu kommen organisatorische To do’s: Einen Aufsitzrasenmäher-Test durchzuführen, ist zum Beispiel eine echte logistische Herausforderung. Die Geräte für unsere Tests bekommen wir von den Herstellern gestellt, leihen sie oder kaufen sie vereinzelt auch selbst ein. Kleinere Geräte, wie zum Beispiel Bohrmaschinen, können wir in unseren Lagern am Kölner Standort unterbringen – bei größeren Geräten, wie den genannten Rasenmähern, müssen wir zusätzlichen Lagerplatz anmieten. Dann gilt es, einen geeigneten Ort für den Produkttest zu finden und die Geräte mit einem LKW dorthin zu bringen.

selbst ist der Mann-Testredakteur Peter Baruschke

Und wie sieht die redaktionelle Seite Deines Jobs aus?

Für die Themenfindung schauen wir, was bei Heimwerker*innen im Netz gerade besonders gefragt ist. Dabei spielt unter anderem die jeweilige Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Für die Tests selbst arbeiten wir mit zwei renommierten Prüfinstituten zusammen, dem TÜV und der VPA (Versuchs- und Prüfanstalt), die die technische Ausstattung jedes Geräts akribisch prüfen. Den Input von den Prüfinstituten gilt es dann vom teilweise vielleicht noch enthaltenen „Fachchinesisch“ in eine verständliche Sprache zu übersetzen. Wir bereiten für jeden Test eine Prüftabelle auf, die verschiedene relevante Kriterien beinhaltet und den Leser*innen einen Überblick über die Vor- und Nachteile der Geräte und Werkzeuge gibt. Dabei ist es uns wichtig, nah an der Praxis zu bleiben und alle für unsere Leser*innen wichtige Kriterien einzubeziehen. Ich bin bei allen Praxistests selbst dabei, denn nur so bekomme ich wirklich einen Eindruck von der Handhabe – und kann den Leser*innen eine realistische Einschätzung geben.

Du prüfst die Produkte auf Herz und Nieren – worauf achtest Du als allererstes, wenn Du ein Werkzeug in die Finger bekommst?

Das wichtigste Kriterium bei einem Handwerkzeug ist, dass es gut in die Hand passt. Das sollte der Name zwar eigentlich schon nahelegen, aber dennoch wird dieser Aspekt beim Kauf im Baumarkt häufig nicht beachtet. Es nützt ja nichts, wenn das Werkzeug im Test super abschneidet und tolle Ergebnisse erzielt, wenn es zum Beispiel viel zu groß für die eigene Hand ist.

In unserer Gesprächsrubrik „Let’s talk to…“ stellen wir Ihnen regelmäßig Mitarbeiter*innen der Bauer Media Group vor.

Was gefällt Dir am meisten an Deiner Arbeit bei selbst ist der Mann?

Zum einen die Vielfalt: Ich sitze nicht nur am Schreibtisch, sondern begleite die Tests von der Vorarbeit bis zur Veröffentlichung. Dabei lerne ich immer wieder spannende Menschen kennen. Ein weiterer Punkt, der meinen Job für mich so toll macht, ist der direkte Kontakt zu den Leser*innen und Anwender*innen, die uns regelmäßig Feedback geben. Ein super Mix: Die Themen sind eigentlich sehr technisch, aber der Kontakt zu Menschen ist ein wichtiger Teil des Ganzen.

Seit 1997 bist Du ein Teil der Bauer Media Group – hat sich Dein Job im Laufe der Jahre verändert?

Genau, aber damals gab es die Tests in der heutigen Form noch nicht. Damit haben wir aber immerhin schon im Jahr 2001 angefangen – vor fast 20 Jahren! Beim Ablauf der Tests hat sich im Laufe der Zeit einiges verändert: Zu Beginn haben wir noch nicht mit einem Prüfinstitut zusammengearbeitet, da habe ich die Produkte noch selbst auf Praxiseignung und technische Fehler geprüft. Dass wir diese Dinge heute den Profis überlassen, war ein absolut richtiger Schritt, der vieles vereinfacht hat. Die Institute haben professionelle Messwerkzeuge und behalten die sicherheitstechnischen Normen immer ganz genau im Blick.

Ansonsten hat sich vor allen Dingen an den Test-Produkten selbst eine ganze Menge getan. Die Technik wird immer ausgefeilter und es ist für Laien dank rasanter Innovationen heute deutlich einfacher als früher, gewisse Arbeiten einfach selbst durchzuführen.

Gibt es einen Produkttest in all den Ausgaben selbst ist der Mann, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Da könnte ich jetzt viele Beispiele nennen, denn kein Test ist wie der vorherige. Der Test, der mir aber mit am meisten Spaß gemacht hat, war der Rasentraktoren-Test. Wir haben die Geräte auf einer großen Apfelbaumplantage zwei Tage lang auf genaustens geprüft und zum Beispiel geschaut, wie gut die Rasenmäher um die Apfelbäume rangieren können. Normalerweise sagen meine Redakteurskolleg*innen mir eher: „Na dann teste Du mal“ – aber bei diesem Test kamen viele auf mich zu: „Kann ich da mitmachen?“ (lacht). Eine so aufwändige Geschichte hat einfach eine Faszination – auch auf mich. Das war ein echtes Highlight.

Rasentraktoren-Test in selbst ist der Mann

Die Menschen hatten wegen Corona mehr Zeit zu Hause als sonst – und haben diese scheinbar gern dafür genutzt, sich Gedanken über mögliche Renovierungsmaßnahmen zu machen. Ihr bei selbst ist der Mann habt dadurch sowohl im Print als auch Online einen enormen Zuwachs erhalten, darüber hatten wir mit Chefredakteur Nils Staehler bereits in einem Interview gesprochen. Glaubst Du, dass die Menschen sich grundsätzlich mehr für DIY interessieren würden, wenn sie mehr Zeit hätten?

Ich gehe mal von mir selber aus, weil ich momentan auch zum großen Teil im Home Office bin. Dadurch habe ich mehr Zeit, weil die Fahrzeit von einer Stunde pro Weg wegfällt. In dieser „gewonnen“ Zeit kann man sich dann abends nach Feierabend sagen: „Das habe ich mir schon lange vorgenommen, die Stunde nutze ich jetzt und gehe es endlich an.“ So ist es zumindest bei mir. Der Zeitfaktor spielt also meiner Meinung nach schon eine Rolle. Außerdem fallen einem Dinge, die Zuhause repariert oder renoviert werden müssen, natürlich eher auf, wenn man den ganzen Tag dort verbringt. Und noch ein letzter relevanter Punkt, den ich in meiner Nachbarschaft beobachte, ist der Handwerker*innenmangel. Viele Profis haben momentan tierisch viel zu tun – oder nehmen erst gar keine kleineren Arbeiten an, da sich die Anfahrt dafür nicht lohnt. Das kann auch eine Motivation fürs Heimwerken sein.

Bist Du auch privat ein begeisterter Heimwerker oder eher froh, wenn Du in deiner Freizeit mal nichts mit Schraubenzieher, Bohrmaschine, Rasenmäher und Co. zu tun hast?

Ich heimwerke selbst tatsächlich sehr gern und interessiere mich für neue Entwicklungen im Werkzeugbereich. Es gibt immer neue Technologien und sogar komplett neue Geräte, damit beschäftige ich mich gerne und bin neugierig, wie die Dinge funktionieren. Ich habe zum Beispiel vor kurzem mal wieder etwas geschweißt – eine Aufgabe, vor der viele erst einmal Respekt haben, inklusive mir. Auch dafür gibt es tolle, neue Geräte, die einem die Arbeit erleichtern.

Judith Kerstgens hat Peter Baruschke interviewt.

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