Glitzer und Glamour: die Geschichte der „Queen of Drags“ in COSMOPOLITAN

In der aktuellen COSMOPOLITAN-Ausgabe nimmt Chefredakteurin Lara Gonschorowski die Leserinnen mit auf eine besondere Reise: Sie tauchen ein in die bunte und berührende Welt der Drag Queens aus der ProSieben-Show „Queen of Drags“. Lara erzählt von der Geschichte dieser glamourösen Kunstform, der gesellschaftlichen Bedeutung von Diversität und ihren ganz persönlichen Eindrücken beim Treffen mit den Kandidatinnen in Los Angeles.
Von Lara Gonschorowski

Lara Gonschorowski mit den „Queen of Drags“-Finalisten

Das Treffen und unser COSMOPOLITAN-Shooting mit den fünf Halbfinalistinnen von Queen of Drags zählt zu den absoluten Highlights meiner Karriere. Die Stimmung am Set in Los Angeles war vom ersten Moment an sehr emotional, die Freude der Queens darüber, mit COSMOPOLITAN eine Plattform im Mainstream zu bekommen, hat mich sehr berührt. Ich bin stolz, dass wir ihnen diesen Wunsch erfüllen können. Drag war bisher leider ein totales Nischenthema – und das trotz einer echt langen und beeindruckenden History der Selbstentfaltung durch Cross-Dressing.

Schon bei den alten Griechen schlüpften Männer auf Theaterbühnen in weibliche Rollen – Frauen war dies nicht gestattet. Auch Shakespeare schrieb später seine Stücke ausschließlich für Männerensembles und bezeichnete Darsteller, die für ihre Performances das Geschlecht wechselten, angeblich als „Drag“ – kurz für: „Dressed as a girl“. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Bewegung mit der ausgeprägten Ballroom-Kultur im New York der Achtziger- und Neunzigerjahre.

Die „Queen of Drags“-Finalistinnen: Aria Addams, Bambi Mercury,  Catherrine Leclery, Yoncé Banks, Vava Vilde
Beim Shooting hat mich vor allem die Professionalität der Drag Queens beeindruckt: Sobald sie im Set standen, haben sie performed, posiert, getanzt. Die Fotos waren extrem schnell im Kasten, da kann sich manches Profi-Model was abschauen. Diese Verwandlung mitzuerleben, vom Boy zum Drag Look, ist unfassbar. Und eine wahre Kunst.

Lara Gonschorowski, Chefredakteurin COSMOPOLITAN

Lara Gonschorowski über die Begegnung mit Jurorin Conchita Wurst: „Conchita Wurst ist beeindruckend – eine Vorkämpferin für die Community und eine unglaublich inspirierende Künstlerin.“

Die Drag-Szene erlebt (immer noch) Diskriminierung bis hin zu Hass. Manche Teilnehmerinnen haben keinen Kontakt mehr zu Familienmitgliedern, andere erhalten Morddrohungen auf Instagram. Das zeigt leider, dass unsere Gesellschaft teilweise noch nicht so offen ist, wie ich es mir wünsche. Und ich frage mich, warum das so ist? Gab es bislang zum Beispiel keine Berührungspunkte? Dass die Drag Queens jetzt ins ganz große Rampenlicht treten, ist wichtig, weil es die Vielfalt befeuert. Denn soviel sich in Deutschland schon getan hat – mit der gleichgeschlechtlichen Ehe etwa und der Option, als drittes Geschlecht „divers“ anzugeben –, Diskriminierungen gibt es weiterhin. Einerseits feiern zum 50-jährigen Jubiläum des Christopher Street mehrere Millionen Menschen hierzulande auf den Straßen. Andererseits berichten Mitglieder der LGBTQIA+-Szene von zahlreichen Anfeindungen. Ich wünsche mir, dass sich das in Zukunft ändert und die Gesellschaft insgesamt offener, toleranter und respektvoller wird.

Die COSMOPOLITAN erzählt in der Januar-Ausgabe die Geschichte des Drag und stellt die fünf Queens im Detail vor. Zudem bringt das Magazin am 20. Dezember 2019 eine Special Edition mit der Gewinnerin der Show an die Kioske.

Gregory Kramer heißt der Fotograf, der die Drag Queens für COSMO inszeniert hat. Der New Yorker kennt die Szene wie kein anderer und hat 2017 den Bildband „Drags“ (KMW studio publishing) veröffentlicht. Seine Spezialität: sehr sensibel auf die Darstellungswünsche der Queens zu reagieren. „Es ist wichtig, den Spirit jeder Performerin nicht nur zu dokumentieren, sondern einzufangen“, so Gregory, der auch für die Spezialausgabe der COSMO die Gewinnerin von „Queen of Drags“ und somit unseren Coverstar geshootet hat. Wir hätten keine besser Wahl als Gregory (Kramer) treffen können. Er hat beim Fotografieren ein unglaubliches Feingefühl gegenüber den Drag Queens gezeigt und genau erspürt, wie diese sich inszenieren wollen.

Sie haben Rückfragen? – Melden Sie sich gern bei Katrin Hienzsch.

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